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Das war zu wenig

Veröffentlicht von Wolfgang Mengs (wmengs) am 11.10.2020

Bild zum Artikel Das war zu wenig

 

Die Blue Volleys Gotha mussten sich im Heimspiel der 2.Bundesliga Süd dem TV/DJK Hammelburg verdient mit 1:3 (19;-24;22;15) geschlagen geben.

 

Es dürfte der bisher schwächste Auftritt der Blue Volleys in dieser Saison gewesen sein. Diese Niederlage lässt sich in Kürze an zwei Dingen festmachen. Zum Einen an der zu hohen Eigenfehlerquote und zum Anderen an einem immensen Aufschlagdruck der Hammelburger, der einen geordneten Spielaufbau bei den Hausherren all zu oft verhinderte. Gerade beim Aufschlag hatten die Gastgeber dagegen an diesem Abend große Defizite.

 

Schon zu Beginn der Begegnung blieben die Gothaer sprichwörtlich in den Startblöcken hängen. 2:8 lag man bei der 1.technischen Auszeit zurück. Die Hammelburger, die das gesamte Spiel ohne Wechsel mit der Stammformation durchspielten, waren dagegen gleich hellwach. Bei den Blue Volleys blieb es im gesamten Satzverlauf nur bei Einzelaktionen. Eine eigene Spielidee war in diesem Abschnitt nicht zu erkennen. Ganz zum Schluss gelang zwar noch etwas Ergebniskosmetik, dennoch ging der 1.Satz mit 25:19 klar an die Gäste.

 

Wozu die Blue Volleys spielerisch eigentlich in der Lage sind, zeigte dann der folgende Abschnitt. Auf der Diagonalen begann jetzt Niederlücke für Böhme und der führte sich mit einem krachenden Angriff gleich gut ein. Zuspieler Maisch spielte nun häufiger über die Mitte, wo insbesondere Kummer, die sich im bietenden Gelegenheiten nutzte. Auf Außen drehte Werner richtig auf und bewies mit seinen Angriffen und Spinaufschlägen über welches Potential er verfügt. Das Spiel war jetzt auf dem Niveau, welches zuvor erwartet wurde, denn beide Teams schenkten sich nichts. Beim Stand von 10:10 kam erstmals Gothas Neuzugang Couchman und holte zum Einstand gleich einen Blockpunkt. Den Hausherren gelang es in dieser Phase auch häufiger die Franken zu Fehlern zu zwingen und aus deren Rhythmus zu bringen. Doch abschütteln konnte man sie nicht, ganz im Gegenteil. Der TV bestrafte jeden Fehler der Gothaer sofort und beim 17:20 schien auch dieser Satz zu Gunsten der Gäste zu kippen. Aber die Gastgeber fingen sich wieder, profitierten dabei auch von einigen Aufschlagfehlern des Gegners. Zuspieler Maisch mit einem Reflexangriff aus einer Notsituation heraus, Kummer über die schnelle Mitte und ein erfolgreicher Block und die Blue Volleys waren beim 23:23 wieder dabei. Niederlücke holte anschließend mit einem starken Angriff den ersten Satzball. Den wehrte der TV noch ab, hatte in der Folge bei einem von Maisch schön eingefädelten Schnellangriff von Kummer und gegen einen Doppelblock der Hausherren aber keine Chance. Mit 26:24 schafften die VC-Spieler den Ausgleich.

 

Viele hofften, dass die Blue Volleys nun endgültig in der Partie angekommen seien. Doch leider war das nicht der Fall. Zwar konnte man den 3.Satz noch einige Zeit offen gestalten und hatte bei der 2.technischen Auszeit nur zwei Punkte Rückstand. Danach aber drehten die Gäste, aus einer jetzt nahezu fehlerfreien Annahme heraus, besonders über die beiden Außenangreifer stark auf. Werner, das Gothaer Pendant, mit einem Pipeangriff und direkt danach mit einem Aufschlagass ließ Gotha beim 19:21 nochmal kurz hoffen. Leider ohne Happyend, denn der TV holte sich auch diesen Satz mit 25:22.

 

Über den 4.Satz sollte man aus Gothaer Sicht besser den Mantel des Schweigens legen. Viel zu viele Eigenfehler bei den Thüringern und eine, wie aus einem Guss spielende, Hammelburger Mannschaft, machten den Abschnitt zu einer einseitigen Angelegenheit. Auch die von Trainer Kronseder vorgenommenen Wechsel änderten am Ende nichts an der deutlichen 15:25 Satzniederlage.

 

Entsprechend groß die Enttäuschung im Gothaer Lager. Auch Kronseder war nach dem Abpfiff sichtlich angefressen und meinte, „Wir haben heute enttäuschend gespielt, viel zu wenig Druck auf den Gegner ausgeübt. Der Sieg der Hammelburger ist völlig verdient.“

 

Als wertvollste Spieler (MVP) ihrer Teams wurden diesmal Gothas Landsmann und der Hammelburger Kapitän Benner bestimmt.

 

Nach den beiden Anfangserfolgen haben die folgenden Niederlagen gegen die Favoriten aus Mimmenhausen, Grafing und Hammelburg gezeigt, dass die Blue Volleys derzeit noch ein ganzes Stück weit von einem Spitzenteam entfernt sind und man sich jeden Punkt mühsam erkämpfen muss.

 

Da die Gothaer am kommenden Wochenende spielfrei sind, hat das Team nun zwei Wochen Zeit, sich auf das dann schon richtungsweisende Spiel bei den sehr gut in die Saison gestarteten L.E.Volleys aus Leipzig vorzubereiten. Dann steht hoffentlich auch der von der U20 Europameisterschaft zurück gekehrte Zuspieler Rein wieder zur Verfügung.

 

Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Werner, Landsmann, Kummer, Lesche, Couchman,

Niederlücke, Böhme, Maisch, Spankowski, Stückrad und Kronseder

 

 

Foto: Niklas Kubitz Photography

 

Zuletzt geändert am: 11.10.2020 um 12:57

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