Der Doppelspieltag in der 2.Bundesliga Süd endete für die Blue Volleys Gotha mit wechselnden Ergebnissen.
Einer 2:3 (-23;-23;14;24;-14) Niederlage am Sonnabend gegen die Baden Volleys SSC Karlsruhe II folgte am Sonntag ein 3:0 (25;20;23) Sieg gegen den ASV Dachau.
Am Sonnabend musste der amtierende Meister damit eine doch etwas unerwartete Niederlage einstecken, konnte sich am Folgetag mit dem Erfolg über den ASV Dachau aber rehabilitieren.
Im Spiel gegen die Baden Volleys II änderte Trainer Robert Werner die gewohnte Startformation auf einigen Positionen. Franz Stückrad ersetzte Stammzuspieler Hannes Krochmann, in der Mitte begannen Justus Krauße und Tim Wagner, Ben Bierwisch besetzte die Diagonale und Kapitän Christoph Aßmann und Richard Werner die Außen/Annahme-Position. Libero war, wie immer Len Spankowski.
Die Blue Volleys begannen selbstbewusst und erspielten sich beim 9:7 erstmals eine
2-Punkte-Führung.
Die Gäste aber, die nach Aussage ihres Trainers nicht über den einen überragenden Punktelieferanten verfügen, sondern über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen, ließen sich nicht abschütteln. Auch weil sich in das Gothaer Spiel an diesem Abend immer wieder Ungenauigkeiten und Fehler einschlichen.
Beim Stand von 13:14 musste Ro. Werner deshalb die 1.Auszeit nehmen und wechselte diagonal. Dennoch blieb es dabei, die Gothaer spielten seltsam gehemmt und mit einer ungewohnt hohen Fehlerquote. Karlsruhe mit Routinier Thorben Sandmeier als Ruhepol, spielte unaufgeregt und abgeklärt und konnte am Satzende über den 25:23 Satzgewinn jubeln.
Ganz ähnlich verlief dann auch Satz 2., den die Blue Volleys in unveränderter Startaufstellung begannen. Der erst 19-jährige Zuspieler Stückrad wusste in seinem ersten längeren Einsatz durchaus zu gefallen aber seine Angreifer fanden nicht immer die richtigen Lösungen zum Erfolg. Auch die im Satzverlauf vorgenommenen Wechsel änderten daran wenig. So endete auch der 2.Abschnitt mit 25:23 für die Badener.
Im 3.Satz schien das Spiel dann zu kippen. Bei den Blue Volleys waren jetzt Lauritz Jastrow und Jannik Koßmann in der Mitte dabei. Krochmann übernahm das Zuspiel und Robin Stolle kam für Ri. Werner auf Außen/Annahme. Eine frühe Führung brachte Sicherheit in das Spiel der Gastgeber, während bei den Gästen der Spielfaden riss. Mit 25:14 ging dieser Abschnitt deutlich an die Hausherren.
Doch im folgenden Satz erwischten wieder die Baden Volleys den besseren Beginn. Beim 1:4 musste Ro. Werner deshalb eine frühe Auszeit nehmen. Aber auch danach blieben ungewohnt viele Gothaer Angriffe im guten Block der Karlsruher hängen. Dennoch erspielten sich die Blue Volleys dann eine 16:12 Führung, mussten aber in der Folge bis zum abschließenden 26.24 nochmal zittern, weil Karlsruhe zwischenzeitlich beim 23:24 sogar Matchball hatte.
Im Tie Break blieb es spannend.Mit 8:7 gingen die Gothaer in den letzten Seitenwechsel. Beim Stand von 12:10 für die Blue Volleys schien alles den erwarteten Gang zu gehen. Doch die Karlsruher verteidigten jetzt die Gothaer Angriffe gut weg, glichen aus und hatten dann beim 14:13 wieder Matchball. Den glich Gotha nochmal aus, ehe eine verunglückte Annahme für den knappen aber nicht unverdienten Sieg der Baden Volleys II sorgte.
Auch Trainer Ro.Werner sah das so. „Wir haben heute nie richtig in unser Spiel gefunden, im Angriff zu wenig Druck entwickelt. Deshalb geht der Karlsruher Sieg in Ordnung, wenngleich das Spiel auch anders hätte ausgehen können.“
Als MVP ihere Teams wurden Jannik Koßmann und Thorben Sandmeier gewählt.
Am folgenden Tag waren alle Beobachter im Spiel gegen den ASV Dachau auf die Reaktion der Blue Volleys auf die Vortagsniederlage gespannt.
Gegenüber dem Spiel gegen Karlsruhe gab es einige Veränderungen in der Startaufstellung. In der Mitte waren diesmal Koßmmann und Jastrow, im Zuspiel Krochmann, auf Außen/Annahme Aßmann und Stolle und Jean-Christophe Filippidis auf der Diagonale und natürlich Libero Spankowski dabei.
Vor einer wieder stimmungsvollen Kulisse in der Ernestiner SH zeigten die Gothaer Spieler die erhoffte Reaktion. Doch auch der langjährige Erstligist auf der anderen Netzseite machte von Beginn an klar, dass man Zählbares aus Thüringen mitnehmen wollte. Die Gothaer waren vom Anpfiff an viel besser im Spiel als am Vorabend.
Besonders auffällig war, dass man im Angriff wesentlich variabler agierte. Ob über die schnelle Mitte, über beide Außen oder über Diagonalangreifer Filippidis, die Hausherren waren über alle Positionen gefährlich. Aber der ASV, mit etlichen Erstliga erfahrenen Spielern in den Reihen, blieb keine Antwort schuldig. Kapitän Tobias Besenböck sorgte mit seinen Aufschlägen regelmäßig für ein Raunen in der Halle und schlug schon in der Frühphase der Begegnung einige Asse. Kein Team konnte sich im Satzverlauf entscheidend absetzen und so musste die Cruchtime die Entscheidung bringen. Beim Stand von 23:20 und dann 24:22 schien diese zu Gunsten der Hausherren gefallen zu sein. Aber Dachau schaffte mit Können und etwas Glück den Ausgleich, ehe ein Dachauer Aufschlagfehler und ein extrem spitz am Dreierblock vorbei geschlagener Angriff von Filippidis für den 27:25 Satzgewinn der Blue Volleys sorgten.
Mit diesem Satzerfolg schienen sich die Blue Volleys endgültig frei gespielt zu haben. Denn danach lief das eigene Spiel in gewohnter Weise. Aber auch die Bayern bewiesen, dass sie zu den absoluten Spitzenteams der 2.Bundesliga Süd gehören. Besonders mit ihren Pipeangriffen blieben sie stets gefährlich. Entsprechend ausgeglichen verlief der Satz, ehe, wie schon im Satz zuvor, sich die Gastgeber beim Stand von 20:16 einen kleinen Vorsprung erspielten. Diesmal gelang es diesen bis zum 25:10 zu verteidigen.
Spannend und auf guten Niveau ging es weiter Beide Teams schenkten sich nichts und blieben beständig auf Tuchfühlung. Das Gothaer Publikum sorgte mit entsprechender Stimmung auf den Rängen für den passenden Rahmen dieses Spiels. Kapitän Aßmann zeigte sich gegenüber dem Vortag wieder sehr verlässlich in seinen Aktionen und Filippidis ließ es einige Male richtig krachen. Auch Stolle und beide Mittelangreifer setzten Akzente. Und wie eigentlich immer waren Spankowski und Krochmann die Korsettstangen des Gothaer Spiels.
Auf Dachaer Seite machte sich der Wechsel auf der Diagonalposition bezahlt, wo der neu gekommene Janne Kaiser gefiel. Immer wieder aber war es Besenböck, der für Dachauer Punkte sorgte. Beide Teams verteidigten zudem gut, so dass viele attraktive Spielzüge zu sehen waren. So blieb es bis zum Schluss spannend, ehe ein Blockpunkt zum ersten Matchball für Gotha führte. Am Ende war es die Netzkante, die einen Dachauer Angriff stoppte und den Punkt zum 25:23 und damit zum 3:0 Erfolg der Hausherren führte.
Aus den Händen des mehrfachen Bob-Olympiasiegers Andre Lange erhielten anschließend Besenböck und Filippidis die MVP-Medaillien.
Mit diesem Sieg rückten die Gothaer Volleyballer erstmalig in dieser Saison an die Tabellenspitze, wobei die Tabelle derzeit wegen der unterschiedliche Anzahl von Spielen wenig aussagekräftig ist.
Auch Gothas Trainer war zufrieden mit dem Gesehenen. „Wir verlieren sehr ungern. Es war deshalb eine Mischung aus Wut und Mut, die heute für den Sieg gesorgt hat. Es war ein sehr gutes Spiel mit engen Satzergebnissen.“
Nach diesem Erfolg können die Blue Volleys voller Vorfreuden auf das 1/8-Finale um den Zoi DVV-Pokal am kommenden Sonntag blicken, in dem die Gothaer den 1.Bundesligisten Energiequelle Netzhoppers Königs-Wusterhausen in der Ernestiner-SH begrüßen können.