Der Meister meisterlich

Die Blue Volleys Gotha siegten bei den bis dahin ungeschlagenen CERATONIA Volleys Eltmann knapp aber am Ende verdient mit 3:2 (-23;22;-23;12;11).

Es war ein echtes Spitzenspiel, das die Gothaer am Ende für sich entschieden. Es zeigte, dass Eltmann nach zwei schwächeren Spielzeiten wieder im Kreis der Spitzenteams der 2. Bundesliga Süd angekommen ist. Und es bewies auch erneut die Resilienz der Blue Volleys, auch kritische Phasen zu überstehen und sich nach Rückständen zurück kämpfen zu können.

Das Spiel bei den Mainfranken brauchte keine lange Anlaufzeit. Die Gothaer, bei denen Justus und Hannes Krauße erkrankt fehlten, Diagonalangreifer Jean-Christophe Filippidis diesmal in der Anfangsformation stand und in der Folge eine überragende Leistung ablieferte, holten sich die ersten beiden Punkte. Aber Eltmann antwortete seinerseits mit wuchtigen Angriffen, insbesondere von Außenangreifer Aaron Neumann, vor der Saison vom Erstligisten Bitterfeld-Wolfen gekommen. Mit wechselnden Führungen ging es weiter. Keinem Team gelang es, sich auf mehr als 2 Punkte abzusetzen. Beide Zuspieler, Eltmanns Benedikt Gerken und Gothas Hannes Krochmann versuchten das Spiel ihrer Mannschaften schnell zu machen. Bei den Gothaern lief viel über die Mitte, wo Lauritz Jastrow und Jannik Koßmmann erfolgreich punkteten oder aber über Filippidis, der an diesem Abend im Angriff kaum zu stoppen war und zudem noch gefährlich aufschlug.

Bei den Gastgebern war es neben Neumann deren Diagonalangreifer Alexander Duncan-Thibault, der ein ständiger Gefahrenherd für Gothas Abwehr war. Eine kurze Schwächephase der Gäste reichte dann, dass Eltmann sich von 18:17 auf 21:17 absetzte und beim 24:20 dann 4 Satzbälle hatte. Drei davon wehrten die Blue Volleys ab, ehe eine unglückliche Ballberührung von Krochmann bei einer Abwehrbewegung den Satz beendete.

Der 2. Satz war dann ein Spiegelbild des vorangegangenen Abschnitts. Um jeden Ball wurde von beiden Teams verbissen gekämpft. Zur Satzmitte hin brachten Aktionen von Filippidis und Koßmann die Thüringer beim 12:9 auf 3 Punkte vor. Diesen Vorsprung verteidigten die Blue Volleys dann bis zum 25:22 Satzgewinn. Vor allem Filippidis bekamen die Eltmänner eigentlich nie in den Griff und der 20-jährige Angreifer machte sein bisher bestes Spiel im Trikot der Gothaer. Mit seiner Leistung schaffte er wohl endgültig den Durchbruch.

In der folgenden 10-minütigen Satzpause ging bei den Thüringern der Spielfaden dann etwas verloren, denn Eltmann holte sich die ersten 3 Punkte und zwang Trainer Robert Werner zu einer frühen Auszeit. Neben dem Duell der beiden Diagonalangreifer waren bei Eltmann vor allem die beiden Außenangreifer Neumann und Tim Gebauer stets gefährlich, während bei Gotha die Mitte immer wieder für Punkte sorgte. Die beiden Außen/Annahme- Spieler Christoph Aßmann und Richard Werner kamen an diesem Abend nicht wie gewohnt zum Zuge. Ro. Werner brachte deshalb für Beide Ben Bierwisch und Robin Stolle ins Spiel. Die Blue Volleys liefen dennoch beständig einem Rückstand hinterher und mussten sich am Ende mit 23:25 geschlagen geben.

Was dann im 4.Satz folgte, war nach dem vorherigen Spielverlauf so nicht zu erwarten. Bei den Blue Volleys blieb Stolle auf dem Feld und Kapitän Aßmann kam zurück. In der Mitte ersetzte Tim Wagner jetzt Koßmann. Das erste Satzdrittel verlief zunächst weiter ausgeglichen und auf gutem Niveau. Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann die hohe Fehlerquote beider Teams beim Aufschlag. Wobei natürlich zu berücksichtigen war, dass beide Mannschaften viel Aufschlagdruck erzeugen wollten, um den Spielaufbau des Gegners zu stören. 12:10 für die Gothaer stand es als das Spiel kippte. Ob die Hausherren sich angesichts ihrer 2:1 Satzführung etwas zu sicher fühlten oder ob sie das bisher hohe Level nicht länger halten konnten, bleibt unklar. Gotha spielte sich jetzt in einen Rausch und Eltmann ergab sich seinem Schicksal. Innerhalb weniger Minuten wurde so aus einem 12:10 ein 25:12 Satzgewinn der Blue Volleys.

Im folgenden Tie Break zeigten sich die Gastgeber zwar erholt, das Momentum aber verblieb auf Gothaer Seite. Früh erspielte man sich einen Vorsprung und verwaltete diesen danach gekonnt. Eine sensationelle Abwehr von Zuspieler Krochmann, weit außerhalb des Spielfelds, und der anschließende Angriff von Filippidis zum 12:8 sorgten dann für eine Vorentscheidung. Einen harten Spinaufschlag des zuvor eingewechselten Bierwisch konnte kurz darauf Eltmanns Annahme nicht kontrollieren und den in die Gothaer Feldhälfte zurückkommenden Ball versenkte Jastrow zum abschließenden 15:11.

Als Fazit aus Gothaer Sicht bleibt, dass die Achse Aßmann, Zuspieler Krochmann und Libero Len Spankowski dem Gothaer Spiel, wie gewohnt Stabilität und Sicherheit brachte, Filippidis einen Galaauftritt bot und die gesamte Mannschaft auch nach 2 Meisterschaften noch immer hungrig auf Erfolg ist.

Entsprechend zufrieden gab sich Trainer Ro.Werner nach dem Spiel. „Wir haben heute ein echtes 2.Bundesliga-Spitzenspiel erlebt. Eltmann ist im Angriff und beim Aufschlag voll drauf gegangen und hat uns stark gefordert. Es war unser bisher stärkster Gegner in dieser Saison. Wir haben Moral gezeigt und sind nach Rückständen immer zurück gekommen. Alle Wechsel haben funktioniert. Jean-Christophe hat seine Trainingsleistungen bestätigt und ein ganz starkes Spiel gemacht. Wichtig für uns war auch die tolle Unterstützung von den Rängen, wo ca. 25 Gothaer Fans, darunter auch der Lok-Fussballer-Block, für krasse Stimmung gesorgt haben.“

Dass neben Eltmanns Neumann, Robin Stolle als MVP ausgezeichnet wurde, war wohl mehr als Referenz an einen ehemaligen Eltmanner Spieler gedacht, denn wohl alle Beobachter hatten Filippidis als Mann des Abends auf Gothaer Seite gesehen.

Für die Gothaer geht es am kommenden Sonntag im Pokal weiter. In der Qualifikation für das 1/8 Finale ist dann Ligakonkurrent TuS Kriftel zu Gast in der Ernestiner SH.

Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Krochmann, Bierwisch, Ri.Werner, Jastrow, Wagner, Stückrad, Spankowski, Filippidis, Stolle, Koßmann,

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