Die Blue Volleys Gotha haben mit ihrem 3:1 (22;-23;19;15) Erfolg im Halbfinal-Hinspiel bei den Enervigo Volleys Dresden einen großen Schritt in Richtung Playoff-Finale getan.
Noch ist nichts entschieden, denn noch muss das Rückspiel am kommenden Sonnabend in Gotha gespielt werden. Aber mit den 3 Punkten aus Dresden haben die Gothaer Volleyballer allerbeste Chancen, in das erstmals ausgetragene Finale um die gesamtdeutsche 2.Bundesliga-Meisterschaft einzuziehen. Dafür würde dann ein Punkt im Rückspiel genügen.
Die Blue Volleys mussten kurzfristig auf den Einsatz ihres kanadischen Außen/Annahme-Spielers Daniel Ridings verzichten, der sich im Abschlusstraining am Freitag verletzt hatte. Seinen Platz nahm Routinier Dominik Ducháč ein. Ansonsten vertraute Trainer Robert Werner weitgehend dem Sechser, mit Christoph Aßmann, Ben Bierwisch, Hannes Krochmann, Lauritz Jastrow , Tim Wagner und Libero Len Spankowski, der im Viertelfinale gegen die Grizzlys Giesen II überzeugt hatte.
Vor knapp 600 Zuschauern, darunter ca. 30 Gothaer Anhänger, im ausverkauften Volleydome brauchte das Spiel keine Anlaufzeit, um auf Touren zu kommen. Die Blue Volleys waren vom Anpfiff an hellwach und gingen schnell mit 3:0 in Front. Immer wieder war es Kapitän Aßmann, der mit seinen cleveren Angriffslösungen voran ging. Beim Stand von 5:10 musste Dresdens Trainer Peter Hesse die 1.Auszeit nehmen, auch weil sein Team in der Annahme zunächst Probleme hatte. Aber auch danach behielten die Gothaer das Heft des Handelns in der Hand und lagen kurze Zeit später mit 14:9 vorn. Doch die Dresdner, angetrieben vom eigenen Anhang, kamen nochmal zurück. Der sehr gute Zuspieler Simon Gilbrich brachte jetzt immer wieder seinen Hauptangreifer Lukas Klapper und die beiden Außenangreifer Paul Schneider und Till Sittner in aussichtsreiche Situationen, die diese auch nutzten. Beim Stand von 12:14 hatten die Hausherren den Rückstand fast aufgeholt und Ro. Werner nahm seine 1.Auszeit.
Mit 17:17 ging es in die Crunchtime und wenig später gab es die erste Dresdner Führung und der Satz drohte für die Gäste zu kippen.
Am Ende war es der an diesem Abend überragend spielende Jastrow, der mit seinen Angriffen über die Mitte für die Satzentscheidung sorgte. Mit gleich 3 Angriffserfolgen zum Schluss hatte er maßgeblichen Anteil am 25:22 Satzgewinn.
Den 2. Abschnitt begannen die Hausherren jedoch unbeeindruckt vom Satzverlust zuvor. Die Gäste verschliefen hingegen den Satzbeginn und sahen sich schnell 2:8 hinten. Doch dann war es vor allem Bierwisch, der mit seinen Spinaufschlägen und harten Angriffen die Blue Volleys wieder auf 7:9 heranbrachte. Doch die Gastgeber blieben im Flow und punkteten immer wieder über ihre beiden starken Außen Schneider und Sittner sowie Diagonalangreifer Klapper. Abschütteln konnten sie die Gothaer aber nicht und diese waren beim 14:14 wieder dran. In der Schlussphase war es dann der starke Block der Sachsen, der für die Vorentscheidung sorgte. Zwar konnten die Gothaer einen 23:18 Rückstand noch verkürzen, den 25:23 Satzverlust aber nicht mehr verhindern.
Entsprechend umkämpft begann der folgende Satz. Bierwisch sorgte zunächst mit zwei knallharten Aufschlägen für Punkte. Dann war es Kapitän Aßmann, der selbst in schwierigsten Situationen Mittel fand, um zu punkten. Zwar setzten auch die Enervigo Volleys hauptsächlich durch ihre beiden Außen immer wieder Akzente, doch die Blue Volleys hielten dagegen. Libero Spankowski glänzte mit sensationellen Reflexen in der Abwehr und Zuspieler Krochmann lenkte und leitete das Gothaer Spiel in gewohnter Manier. Beim Stand von 14:18 wechselte Dresden im Zuspiel, um neue Elemente ins Spiel zu bringen. Doch die Gäste blieben ruhig und abgeklärt und brachten den Abschnitt mit 25:19 sicher nach Hause.
Damit hatte man mit diesem Punkt ein wichtiges Zwischenziel geschafft.
Im 4.Satz versuchten die Gastgeber nochmal alles, das Spiel noch zu drehen. Doch das verhinderten die Blue Volleys routiniert. Den großen Unterschied machte auch in dieser Phase die Mitte. Während dort Jastrow und Wagner kaum gestoppt werden konnten, blieb das Dresdner Spiel über die Mitte weitgehend harmlos. Gotha setzte sich ab und geriet nicht mehr in Gefahr. Eine Unsportlichkeit von Dresdens Schneider, der gegen den Schiedsrichterpfosten trat und dafür die rote Karte erhielt, die einen zusätzlichen Punkt für Gotha bedeutete, sorgte dann für eine Vorentscheidung. Die Blue Volleys zogen davon und mit einem Aufschlagass sorgte zum Schluss Ducháč für die 25:15 Satz-und Spielentscheidung.
Als MVP wurden nach Spielschluss Dresdens Klapper und Seiten der Gothaer Jastrow, der sich an diesem Tag Bestnoten verdiente, geehrt. Diese Auszeichnung hätten sich an diesem Abend aber nahezu alle Gothaer Spieler verdient, die eine geschlossene Mannschaftsleistung boten.
Das sah auch Trainer Ro. Werner so. „Ich denke der Sieg in Dresden geht auch in der Höhe in Ordnung. Die gesamte Mannschaft hat das sehr, sehr gut gemacht. Jetzt wollen wir im Rückspiel den noch fehlenden Punkt holen und ins Finale“, sagte er nach dem Abpfiff.
Mit diesem Sieg haben sich die Blue Volleys vor dem Rückspiel am kommenden Sonnabend in der Ernestiner SH eine hervorragende Ausgangssituation geschaffen.
Denn, wie schon im Viertelfinale gegen die Giesen Grizzlys II, reicht den Blue Volleys dann schon ein Punkt, um ins Finale einzuziehen.
Dort könnte es dann zu einem Duell der beiden Meister im Süden und Norden kommen. Denn Nordmeister FC Schüttorf 09 siegte im anderen Halbfinalspiel beim TV Rottenburg mit 3:2.
Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Bierwisch, Ducháč, Filippidis, Jansen, Jastrow, Krauße, Krochmann, Ridings, Spankowski, Wagner und Ri.Werner