Ein Drehbuchautor hätte dies nicht besser entwerfen können: Im letzten Spiel der Hauptrunde in der 2. Volleyball-Bundesliga Süd spielen die punktgleichen Spitzenmannschaften gegeneinander. Mit dem Ziel, den erstmals durch Einführung der Play Offs nun inoffiziellen Meistertitel sowie die beste Ausgangsposition für eben diese Play Offs zu gewinnen. Rechnerisch ganz einfach: der Gewinner dieses Spiels gewinnt die Hauptrunde und geht in das Play Off Viertelfinale gegen den Vierten aus der Nordstaffel, der Verlierer muss gegen den Dritten der Nordstaffel antreten.
Gastgeber TV Rottenburg hat als erklärter Aufstiegswilliger für dieses Hauptrundenfinale in der heimischen Spielhalle hervorragende Bedingungen geschaffen, das Gästeteam der BlueVolleys Gotha erlebte Erstbundesligafeeling pur in der mit über 1.000 Zuschauern berstend vollen Sporthalle.
Und die erlebten, was die Ausgangssituation versprach: Spitzenvolleyball zweier Teams auf absoluter Augenhöhe, und das vom ersten Ballwechsel an.
Zum Spiel:
In den ersten Satz starten die BlueVolleys konzentrierter. Zuspieler Hannes Krochmann fütterte vor allem seine beiden Schnellangreifer immer wieder erfolgreich und erst zum Ende des Satzes konnten die Rottenburger wieder ausgleichen und mit 21:20 sogar erstmals in Führung gehen. Die Thüringer brachten den Satz aber letztendlich verdient mit 25:23 auf die Habenseite.
In der Satzpause hatte der Rottenburger Trainer Jan Scheuermann augenscheinlich die richtigen Worte gefunden. Die beiden folgenden Sätze waren mit deutlich erhöhtem Aufschlagdruck für die Gastgeber eine klare Angelegenheit (25:17 und 25:17). Ein um das andere Mal setzten sich vor allem Diagonalangreifer Niklas Lichtenauer und Kapitän Timon Schippmann gegen die Gothaer Block-Feldabwehr durch und sorgten maßgeblich für die 2:1 Satzführung. Niklas Lichtenauer wurde dann nach dem Spiel auch von Gothas Trainer Robert Werner zum MVP auf Seiten der Rottenburger gewählt.
Die Gothaer BlueVolleys nahmen die zwei Satzverluste gelassen hin. Schon in der ganzen Saison hatten sie immer wieder Gelegenheit, Satzrückstände als Motivation zu verstehen und nicht als Teilniederlage. Konzentriert besannen sich alle auf ihre Stärken und holten sich den Satzausgleich (25:22). Die Gewissheit, eine drohende Niederlage abgewendet und die Chancen auf den Sieg wieder eröffnet zu haben, liefen die BlueVolleys mit den Rottenburgern bis zum Seitenwechsel (7:8) im Gleichschritt mit. Nur um dann voll konzentriert in der zweiten Hälfte dieses Tiebreaks in allen Mannschaftsteilen zu punkten. Sie erlaubten den Rottenburgern noch ganze drei Punkte und holten sich mit 15:10 den inoffiziellen Meistertitel.
Mannschaftskapitän Christoph Assmann wurde von Trainer Jan Scheuermann völlig zu Recht zum MVP gekürt.
Die BlueVolleys haben nun eine Woche Zeit, sich auf das PlayOff-Viertelfinale am 28.03.2026 in Giesen vorzubereiten. Das Spiel kann auch wieder im Livestream auf Youtube verfolgt werden.
Foto: Ralph Kunze