Viel schwerer als erwartet

Die Blue Volleys Gotha taten sich im letzten Heimspiel der Hauptrunde gegen Schlusslicht VC Juniors Frankfurt trotz des 3:1 (-21;20;21;21) Erfolgs schwerer als erwartet.

Ob es nur an der ausgezeichneten Leistung lag, die das junge Frankfurter Team in der Ernestiner SH ablieferte oder ob es auf Gothaer Seite auch eine gewisse Unterschätzung des Tabellenletzten gab, wird sich nicht mit Sicherheit sagen lassen. Jedenfalls rieben sich nicht wenige Zuschauer in der wieder ausverkauften Ernestiner SH verwundert die Augen als nach dem ersten Satz der Favorit und Tabellenführer mit 0:1 zurücklag.

Ein um das andere Mal hatten sich die Blue Volleys zuvor am starken Block der Gäste die Zähne ausgebissen. Mit einer Durchschnittsgröße des ersten Sechsers der Frankfurter von genau 2,00 Metern stand den Gothaer Angreifern da ein echtes Bollwerk gegenüber.

Die Blue Volleys, bei denen Zuspieler Hannes Krochmann wegen einer Pflichtveranstaltung im Studium fehlte, begannen mit Finn Jansen im Zuspiel, Dominik Ducháč und Daniel Ridings auf Außen/ Annahme, Justus Krauße und Lauritz Jastrow in der Mitte, dem Ex-Frankfurter Jean-Christophe Filippidis diagonal und Libero Len Spankowski. Ducháč war dann in der Anfangsphase auffälligster Gothaer Angreifer und konnte sich gleich mehrfach mit harten Schlägen durchsetzen. So schien beim Stand von 12:7 und der ersten vom Frankfurter Trainer Dominic von Känel genommenen Auszeit alles den erwarteten Gang zu nehmen.

Doch die junge Frankfurter Mannschaft ließ sich von diesem Rückstand wenig beeindrucken. Aus einer beweglichen Feldverteidigung, um den sehr guten Libero Mykhaylo Kosyak, heraus spielten die Spieler des Bundesstützpunkts mutig und selbstbewusst weiter. Holten Punkt für Punkt auf, während bei den Hausherren die Nervosität wuchs. Etliche Aufschlagfehler, liegengelassene Angriffschancen und in der Endphase auch ungewohnte Unsicherheiten in der Annahme sorgten dafür, dass die VC Juniors nicht nur ausglichen, den Satz offen hielten, sondern sich am Ende sogar über den 25:21 Satzgewinn freuen durften.

Im 2. Satz kamen dann Ben Bierwisch und Kapitän Christoph Aßmann für Filippidis und Ducháč . Diese Wechsel schien zunächst zu wirken, denn die Gastgeber gingen schnell in Führung. Doch erneut wechselten sich starke Phasen und Unkonzentriertheiten bei den Gothaern ab. Frankfurt konnte den Satz lange völlig offen halten. Frankfurts 2,00 Meter großer Zuspieler Wilhelm Jascha Gräfe zeigte ein sehr gutes Spiel und brachte seine Angreiferkollegen immer wieder gut in Szene. Die Blue Volleys mussten kämpfen, um nicht erneut in Rückstand zu geraten. Erst in der Schlussphase gelangen den Hausherren wieder druckvollere Aktionen und so konnte letztlich Aßmann den Satz mit einem sehenswerten Angriff zum 25:20 beenden.

Aber die große Gegenwehr der Hessen wurde auch im 3.Abschnitt nicht weniger. Die taktische Vorgabe den Diagonalangreifer der Frankfurter bei Hinterfeldangriffen nicht zu blocken, sondern in der Abwehr zu verteidigen, brachte nicht den erwünschten Erfolg und wurde in der Folge geändert. Auch dieser Satz war lange ein offener Schlagabtausch. Frankfurts Angreifer fanden immer wieder Lösungen Gothas Block zu umspielen. Erst als zur Satzmitte hin der Block der Blue Volleys dreimal in Folge zufassen konnte, wurden die Frankfurter etwas eingebremst. Am Satzende waren es dann wieder die Hausherren, die cleverer agierten. Bierwisch wurde zunehmend erfolgreicher mit seinen Angriffen und setzte die gewünschten Akzente. In der Abwehr aber war Libero Spankowski der gewohnte Fels in der Brandung, der mit teils spektakulären Abwehraktionen den Favoriten am Leben hielt. Am Ende ging auch dieser Abschnitt mit 25:21 an die Blue Volleys.

Im 4.Satz schien dann das Momentum des Spiels endgültig auf die Gothaer Seite zu wechseln. Mit 7:3 lag man kurz nach dem Anpfiff vorn. Dann aber ließen wieder einige Schludrigkeiten im Spiel der Gastgeber die Gäste aufkommen. Den Gothaer fiel es jetzt etliche Male schwer die Bälle tot zu machen, weil die Juniors gut verteidigten.

Überhaupt, wer gedacht hatte, die jungen Spieler auf Frankfurter Seite würden im Spielverlauf abbauen, mehr Fehler machen, wurde eines besseren belehrt. Bis zum Schluss mussten die Gothaer kämpfen, um nach einem erneuten 25:21 Satzgewinn der Favoritenrolle gerecht zu werden.

Mit Kosyak und Spankowski wurden nach Spielende die beiden Liberos als jeweilige MVP`s ihrer Teams geehrt.

Auch Gothas Trainer Robert Werner war vom Auftritt der Frankfurter überrascht und beeindruckt. „So stark hätte ich die Juniors nicht erwartet. Es war mit großer Sicherheit deren beste Saisonleistung. Ohne den Druck des Gewinnen müssen, haben die Jungs gezeigt, was sie drauf haben und vor allem dieses hohe Level konstant gehalten. So haben die Zuschauer aber eine spannende Partie gesehen.“

Mit diesem Sieg steht einem echten Endspiel in der 2.Bundesliga Süd in 14 Tagen beim TV Rottenburg nichts mehr im Weg. Der Sieger dieses Spiels wird dann als Hauptrunden-Gewinner in die Playoffs gehen und dort gegen den Vierten der Nordstaffel, die beste Ausgangssituation haben. Der Verlierer wir dort dem Dritten aus dem Norden gegenüberstehen.

Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Bierwisch, Ducháč, Filippidis, Jansen, Jastrow, Krauße, Ridings, Spankowski, Wagner, Ri.Werner, Rieder und Kühn

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